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Protagonisteninterview Paul Blasberg




Hallo meine Lieben!

Ihr habt in dieser Woche ja schon einige tolle Beiträge lesen können und heute bin ich auch an der Reihe und kann meinen Beitrag zur Blogtour '99 Tage mit Julie' von Franziska Erhard beisteuern.

Ich hab mich daher vor geraumer Zeit mit dem Autor, Bestsellerautor, Paul Blasberg getroffen und habe ihm ein paar Fragen stellen dürfen. Wo und welche, werdet ihr gleich sehen. Ich kann nur so viel dazu sagen: Mir war mehr als nur einmal heiß 😉

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß 😘



19141936_439549016402915_1308910612_n_thumb[2]Ich werde direkt vom Flughafen abgeholt, von Dennis. Das freut mich aber, denn ich hab ja schon ein wenig von ihm gehört. Er sieht sehr schnuckelig aus und als er mich beg
rüßt, kann ich nur grinsen. Er hievt mein Gepäck in den Kofferraum – ja, ich habe natürlich mehr mitgenommen als ich tatsächlich benötige - er hält mir die Beifahrertür auf und ich steige ein. Er läuft auf die andere Seite und tut es mir gleich. Als wir losfahren fängt er auch schon ein Gespräch an und die ganze Fahrt über unterhalten wir uns. Wir lachen auch viel und die Zeit vergeht wie im Flug, obwohl es ein doch sehr weites Stück ist. Er fährt direkt am Hotel vorbei, biegt an einer kleinen Abzweigung auf einen sehr schmalen Weg ein. Als wir bei der Hütte, irgendwo im Allgäu, ankommen parkt Dennis direkt vor den Stufen, springt dann aus dem Auto und öffnet mir ganz Gentlemanlike die Tür und reicht mir sogar die Hand. Ich trage zwar keine Pumps oder sonstige Schuhe mit hohen Absätzen, reiche ihm aber trotzdem meine Hand.
„Danke“ , sage ich mit einem Lächeln im Gesicht und steige aus.
„Ich werde in 2 Stunden wieder hier sein, wenn das für dich in Ordnung ist“, sagt er und ich nicke. Dann geht er wieder um den Wagen rum und fährt los. Ich drehe mich mit einem Schmunzeln um und schüttle leicht meinen Kopf, ehe ich zur Tür gehe und drei Mal laut klopfe.
Meine Tasche halte ich mit der rechten Hand fest und meine linke habe ich fest um meine Laptoptasche geklammert. Ich muss zugeben, ich bin wirklich nervös. Jetzt habe ich doch schon einige Interviews geführt, aber dieses Lampenfieber wird wohl nie weggehen. Obwohl es ja doch eine kleine Ehre ist, dass ich einen Mitarbeiter des Lewien-Verlages interviewen darf. Und Paul soll dazu ja auch noch ziemlich gut aussehen. Ich bin gespannt. Dann geht die Tür auf und er steht vor mir. Ich setzte mein bestes Lächeln auf, lasse meine Tasche an meiner Schulter los und strecke ihm meine Hand entgegen. „Hallo.“ Meine Augen werden etwas größer, als er nun so vor mir steht.

19141406_439549023069581_1077338094_n_thumb[4]„Pat, wie schön.“ Seine Stimme klingt ein ganz klein wenig rau. Ich grinse, und bemerke zu spät, dass mir meine Tasche von der Schulter gleitet. Paul greift beherzt zu, aber es ist zu spät, und seine Hand streift meinen Arm. Hatte ich vorher gesagt, es wäre kalt hier? Oh nein, ganz sicher nicht. Mit einem umwerfenden Grinsen tritt Paul einen Schritt zurück und weist mir mit einer Hand den Weg hinein. Mit meiner Tasche wieder fest im Griff betrete ich die Hütte und konzentriere mich auf die Fragen, die ich vorbereitet habe.
„Paul, Sie werden ja als neuer Bestsellerautor gehandelt, obwohl das Buch noch nicht erschienen ist. Setzt Sie das sehr unter Druck?“
„Natürlich. Wen würde so etwas nicht nervös machen?“ Sein Lächeln schwächt sich deutlich ab, was meiner Nervosität nicht gerade hilft.
„Okay, klar. Aber der Verlag scheint fest an Sie zu glauben. Und die ersten Auszüge aus dem Buch, die exklusiv an die Presse gingen, waren ja auch sehr vielversprechend.“
„Vielversprechend? Danke für dieses Lob.“ Nun zieht er auch noch eine Augenbraue spöttisch in die Höhe, und ich suche Hilfe bei meinen Notizen.
„Ähem, Paul, Sie und Julie … Das scheint eine tolle Kombination zu sein, in literarischer Hinsicht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?“
„Der Verlag wollte ein Autorenduo, und ihre Arbeiten sagten mir am Meisten zu.“ Hilfe, jetzt sieht er auch noch gelangweilt aus.
„Und Julie scheint eine tolle Frau zu sein.“
„Das scheinen Sie auch, Pat. Ich mag ihre Haarfarbe, und wissen Sie, was ich dachte, als Sie da eben an der Tür standen?“
„Nein ...“ Ich streiche mir verlegen über die Haare und schlage die Augen nieder. Es ist nicht leicht, den Blick dieses Mannes zu erwidern, wenn er so wie jetzt ist.
„Ich dachte, diese Frau ist anders. Die traut sich zu fragen, was sie wirklich wissen will. Und nicht nur nachzukauen, was mich schon so viele vor ihr gefragt haben.“
Ich brauche einen Moment, bis ich verstehe, was er da gesagt hat. Okay, denke ich. Okay, dann kommen wir zu den anderen Fragen. Langsam falte ich meine Notizen zusammen und stecke sie weg.

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„Du… ähhh ich meine Sie, wirken auf den ersten Blick sehr arrogant, durchaus selbstbewusst, als würden Sie alles bekommen, was Sie wollen. Gibt es einen Grund für dieses Auftreten? Oder ist das eher ein Hülle, um den wahren Kern zu verstecken?“ So, jetzt ist es raus. Ich kann ihm nicht direkt in die Augen sehen, weil ich nicht weiß, wie er jetzt darauf reagieren wird, daher sehe ich auf einen Punkt direkt darüber. Es ist ja doch eine sehr, nun ja, direkte und vielleicht auch etwas unpassende Frage, aber er hat es so gewollt!
Zu meiner Überraschung höre ich plötzlich, wie er lacht. Ein feines, leises Lachen, das mich zwingt, ihn jetzt doch anzusehen.
„Ich wusste es, dass du anders bist. Ich mag ehrliche, offene Menschen. Leider gibt es davon viel zu wenige, zumindest in meinem Leben. Deshalb ist es manchmal einfacher, nicht zu viel preiszugeben. Es gibt Dinge in meinem Leben, die ich mit niemandem teile. Persönliche Dinge, die niemanden etwas angehen. Und meiner Erfahrung nach fragt auch keiner danach, wenn man nur selbstbewusst und manchmal auch arrogant genug auftritt. Noch vor ein paar Wochen hätte ich gesagt, das bin ich. Lebe damit oder verschwinde. Inzwischen weiß ich selbst nicht mehr genau, wer der echte Paul ist. Vielleicht solltest du mir diese Frage in ein paar Monaten noch einmal stellen.“
Ich nicke und spüre eine unglaubliche Energie. Und ein Kribbeln, das mich noch mutiger macht. Das Eis ist gebrochen, und ich entspanne mich.
„Auf einer Skala von eins bis zehn, wie schlimm war es, hierher geschickt zu werden? Als Team?“
„Elf.“ Er lacht leise.
„Und inzwischen? Immer noch elf?“
Seine Augen blitzen kurz auf. „Nein. Inzwischen würde ich sagen, wir sind bei einer zwei. Ich zumindest.“
„Und das liegt daran, dass ihr beide euch so gut ergänzt?“
Wieder lacht er. „Unter anderem.“

19191180_439549019736248_428731287_n_thumb[6]„Nächste Frage: Wie viel Paul steckt wirklich in Jamie Brent?“
„Wirklich? Das ist neu. Du denkst also, dass es weniger Parallelen gibt als man gemeinhin denkt?“
Diesmal schaffe ich es, den Augenkontakt zu halten. „Nun, alles andere wäre zu einfach, oder?“
Er nickt langsam. „Ja, das wäre zu einfach. Paul denkt mehr nach als Jamie. Und er weiß mehr zu schätzen, was er an anderen Menschen hat.“
„An seiner Mitautorin?“
„Julie hat eine Begeisterung, der man sich schwer entziehen kann. Und ich schätze ihre Arbeit sehr. Ich habe viel von ihr gelernt.“
„Nur in schriftstellerischer Hinsicht? Oder auch so?“
„In jeder Hinsicht.“ Wieder grinst er, und ich brauche einen Moment, bis ich die nächste Frage stellen kann.
„Ihr wurdet hier ja wirklich sehr luxuriös untergebracht, mit Dennis als persönlichem Betreuer. Ist so eine Umgebung hilfreich für die Arbeit oder stehst du kurz vor dem Hüttenkoller?“
„Tatsächlich war diese Umgebung für uns sehr … inspirierend. Einige Szenen sind wohl nur entstanden, weil wir hier waren.“ Er sieht aus dem Fenster und lächelt. „Aber Dennis … nun, er hat uns mit Essen versorgt, von daher war er wohl von Nutzen.“ Seine Stimme lässt mich ahnen, dass dieses Thema nicht zu seinen Favoriten gehört.
„Du bist ja überzeugter Single gewesen, oder bist es noch immer. War die Liebe nie ein Thema?“ Gespannt sehe ich ihn, beiße mir leicht auf die Unterlippe und klimpere wahrscheinlich etwas zu viel mit meinen Augen.
„Meine liebe Pat, noch vor kurzem hätte ich diese Frage als Aufforderung verstanden, dir zu zeigen, was ich von der wahren Liebe halte ...“ Seine Augen scheinen mich einen Moment zu verbrennen. Dann ist es zu meiner Überraschung er, der den Blickkontakt unterbricht und auf seine Hände starrt.
19142000_439549059736244_1412974539_n_thumb[2]„Aber du warst mutig genug, mich das zu fragen, und deshalb werde ich ehrlich sein. Tief in meinem Herzen glaube ich fest daran, dass ich irgendwann auf die Richtige treffe. Und dann werde ich alles tun, um sie davon zu überzeugen, dass auch ich der Richtige für sie bin.“
Ich nicke schon wieder, denn ich spüre, dass jetzt endlich der echte Paul vor mir sitzt, und nichts, was ich sagen könnte, würde diesem Augenblick gerecht werden. Er scheint es auch zu spüren, denn er steht auf, und ich erhebe mich ebenfalls.
„Danke, Pat. Es war nett, mit dir zu plaudern.“ Er reicht mir die Hand, und ich ergreife sie. Ein angenehm fester Händedruck, der gerne länger dauern dürfte.
An der Tür drehe ich mich noch einmal um. „Eine letzte Frage noch?“ Ich wage kaum zu atmen, und ich muss schnell sein, sonst verlässt mich wieder der Mut.
„Gut.“
„Was ist dran an dieser Sache, die unter der Hand die Runde macht? Mister Einhundert Frauen?“
Er sieht mich einen Moment an, dann lacht er. Und plötzlich denke ich, es muss stimmen. Für diesen Mann wäre es ein Leichtes, auf diese Zahl zu kommen.
„Ich wusste, du bist was Besonderes. Das hat mich wirklich noch niemand gefragt.“
„Und?“
„Ich habe nicht mitgezählt. Aber ich hatte meine wilde Zeit.“
„Hatte?“
„Ja, hatte. Dieses Buch war ein Wendepunkt, in vielen Bereichen. In Zukunft werde ich meine Zeit anderen Dingen widmen.“
„Also bleibt es bei einhundert?“ Ich weiß nicht, woher ich den Mut habe, ihn das zu fragen, aber er scheint es mir nicht übel zu nehmen.
Sein Lächeln ist einfach unwiderstehlich. „Fast. Ich hätte nie geglaubt, dass ich das einmal sagen werde, aber ich denke, es wird nur noch eine dazukommen.“
Einen Moment beneide ich sie fast, die eine, die noch dazukommen wird. Noch einmal lächelt Paul, dann blickt er hinüber zur Zufahrt.

19198268_439549026402914_869320560_n_thumb[2]„Ah, Dennis ist da. Perfektes Timing, wie immer. Danke, dass du extra hier hoch gekommen bist, Pat. Es war mir eine echte Freude, dich kennenzulernen.“
„Ganz meinerseits.“ Ich lasse mir von Dennis ins Auto helfen und hebe noch einmal grüßend die Hand, als der Wagen wendet. Paul winkt lässig zurück und geht dann mit schnellen Schritten in die Hütte. Ich atme tief durch und grinse zufrieden. Für dieses Interview wäre ich sogar zu Fuß hier hoch marschiert, auch wenn er das nicht wissen muss.




Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr seid nicht genau so Paul verfallen, wie ich Winking smile
Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ihr dürft euch freuen, wo Dennis mich nun hinbringen wird Smile



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