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Interview Amrûn Verlag



Julia, von Geile Zeile-der Buchblog, und ich hatten das Vergnügen, im Rahmen der XXL-Releaseparty von Kim Leopold, mit dem Amrûn Verlag ein Pläuschchen zu halten. Natürlich hatten wir viiiieeeellll mehr Fragen, aber bei 20 haben wir dann doch einmal aufgehört, denn wir wären wahrscheinlich sonst noch ein paar Tage dagewesen. Es war toll 💗

Seid ihr schon gespannt, was wir uns ausgedacht haben? Und was Jürgen und Tatjana uns geantwortet haben??!!

Dann werde ich euch nicht länger auf die Folter spannen und lege dann mal los 😉
Viel Spaß 😘





Schön, dass ihr euch Zeit nehmen konntet, obwohl ihr beide sehr viel um die Ohren habt. Bücher entstehen ja leider nicht von alleine …


1.  Also zuallererst: Wer steckt hinter dem Amrûn Verlag?

Hinter dem Verlag steht natürlich der Verleger. Dieser ist im Brotjob Angestellter im Gesundheitswesen und somit Quereinsteiger in dem ansonsten von Germanisten und Literaturwissenschaftlern geprägten Beruf. Neben dem Verleger steht die Mitarbeiterin, Mädchen für alles und Stütze des Verlages. Und dahinter ganz viele Autoren, Blogger und weitere Helfer.
Alle zusammen sind Amrûn.

2.  Wie entstand der Verlag? Seid ihr eines Morgens aufgewacht und dachtet: „Hey, lasst uns mal einen Verlag gründen“?
Eigentlich … fast … Ich halte mich schon recht lange im Literaturbetrieb auf, in verschiedenen Rollen. Eines Tages diskutierten eine Autorin, eine Freundin und ich über die nicht so geglückte Veröffentlichungsform einer Romanreihe von ihr. Und irgendwann in dieser Diskussion entstand dann die Idee, es doch einfach besser zu machen. Und so hatten wir mit der Ghostbound-Reihe von C.M. Singer schon zwei tolle Bücher – aber noch keinen Verlag. Dieser musste/durfte/konnte dann in den darauf folgenden Tagen das Licht der Welt erblicken. Amrûn wurde also eigentlich rund um eine Romantasykrimi-Reihe gegründet.

3. Was sind eure Aufgaben? Vom Kleinsten bis zum Größten?
Alles. Wir wechseln die Reifen des VerlagsLKWs, wir kehren den Parkplatz zusammen, machen die Buchhaltung, hauen uns gegenseitig auf die Finger, organisieren Cover/Lektorat/Korrektorat, schimpfen uns gegenseitig, planen und organisieren das Marketing, reisen in der Weltgeschichte von Messe zur Messe und ernähren uns ausschließlich von Kaffee, machen den Buchsatz, ärgern uns über Steuerabgaben, klopfen uns gegenseitig aufmunternd auf die Schultern und bewerfen uns mit Lesezeichen. Und das, was sonst so üblicherweise in einem Verlag zu erledigen ist.

4. Gibt es viele Mitarbeiter im Verlag selbst, die zu schreiben angefangen und ein Buch herausgebracht haben? 
Es gibt nur eine Mitarbeiterin. Die heißt sogar so. Und sie ist auch Autorin. Und eine sehr gute sogar auch noch. Das eine bedingt aber nicht das andere, dafür bin ich viel zu streng. Hust.

5. Wie sieht euer „Büro“ aus?
Unser gemeinsames „Büro“ ist faktisch eine Mischung aus WhatsApp und Dropbox und verschiedenen anderen digitalen Helfern. Die realen Büros will niemand sehen, das wäre … erschreckend? Manchmal glaube ich, mein Keller, in dem sich das reale Verlegerbüro befindet, ist innen größer als außen – so viel Zeug sammelt sich da an.


6. Wie ist eure Zielgruppe?  Jung, alt - kunterbunt?
Eigentlich kunterbunt. Natürlich ordnet man die Bücher in einen gewissen Altersbereich ein, aber grundsätzlich ist es doch nicht ganz richtig, das zu tun – denn jeder sollte das lesen dürfen, dass ihm gefällt. Wenn eine Seniorin sich mit Young Adult gut unterhalten fühlt – ist toll! Und wenn sich ein zehnjähriges Mädchen für den Feuerjäger begeistert – dann gucken wir zwar etwas angestrengt – aber sie liest wunderbare Literatur. Wichtig ist, dass unsere Bücher unterhalten. Egal bei welcher Zielgruppe.

7. Welche Genres findet man bei euch?
Wir probieren viel aus bzw. haben schon einiges ausprobiert – aber wir beschränken uns primär auf die Phantastik, die Romantik und ein wenig Spannungsliteratur. Diese drei Genres haben genügend Unter-Spielarten, damit einem nicht langweilig wird. Und unsere Leser sollen ja auch wissen, was sie bei uns erwarten können.

8. Was muss man als „Autor“ tun, um in eurem Verlag sein Buchbaby zu veröffentlichen? Nehmt ihr auch ein Debüt?
Ja, wir haben schon etliche Debuts veröffentlicht. Das ist definitiv kein Hinderungsgrund. Zuerst sollte man wissen, dass wir in der Zahl der Veröffentlichungen begrenzt sind. Insofern müssen wir zwangsweise stark aussortieren. Wichtig ist für uns, dass wir den Eindruck haben, der Autor WILL dass sein Buch erfolgreich wird, er dafür brennt. Wir werden keine Autoren annehmen, die zwar Buch für Buch schreiben, aber sich sonst nicht einbringen wollen. Das funktioniert bei Großverlagen genauswenig wie bei kleinen Verlagen. Nicht nur das Manuskript sollte zu uns passen, sondern auch der Autor. Als kleiner Verlag müssen wir uns das herausnehmen. Ansonsten stehen die Dinge, wie wir gerne haben wollen, auf der Internetseite beschrieben.


9. Auf was legt ihr als Verlag besonderen Wert?
Wir möchten grundsätzlich bei der Verlagsphilosophie, deutschsprachige Autoren zu veröffentlichen, bleiben – ohne das jetzt für alle Zukunft ausschließen zu wollen. Wir möchten weiter nach unseren Möglichkeiten jungen und neuen Autoren eine Plattform geben und ihnen helfen Erfahrungen zu sammeln, sie aufbauen. Und wenn wir dann noch schöne Bücher herstellen können, die sich gut anfühlen und aussehen, dann entspricht das unserer Vorstellung.

10.Habt ihr ein bestimmtes Motto?
Das Verlegermotto: Von nix kommt nix.

11.Reicht es, heutzutage ein gutes Buch zu schreiben oder ist die Vermarktung das A und O?
Also – wenn man ein gutes Buch schreibt, es an Leser bringen möchte und vermarktet es nicht – welchen Sinn würde das machen? Natürlich muss man es entsprechend seiner Zielgruppe anbieten und Möglichkeiten finden, dass eben diejenigen, die dieses Buch vermutlich gerne lesen würden, auf das entsprechende Werk aufmerksam machen. Sonst bleibt es im Regal. Die Vermarktung an sich ist allerdings kein Garant, dass sich ein Buch verkauft – manchmal funktioniert es trotz Strampeln und Hampeln nicht.

12.Wo legt ihr euren Schwerpunkt im Marketing?
In der Interaktion mit dem Leser selbst. Wir haben natürlich auch Print- oder Bannerwerbungen oder machen Buchhandlungen auf unser Programm aufmerksam – aber am liebsten ist mir als Verleger die Interaktion auf Messen, Conventions oder in den Sozialen Medien. Wir sind relativ nah am Leser, wir wollen uns offen zeigen – mit allen guten und schlechten Seiten, die wir haben. Amrun soll kein abstraktes Unternehmen sein, sondern den Charakter von Autoren, Mitarbeiterin und Verleger widerspiegeln.

13.Der Verlag ist ja auch in den Social-Media-Kanälen vertreten. Ist das heutzutage ein großes Muss?
Siehe oben. Ja. Wenn ein Verlag sich nicht da befindet, wo sich die Leser aufhalten, dann macht er etwas verkehrt. Oder er befindet sich ideell noch im 20. Jahrhundert. Als Verlag muss man sich den digitalen Möglichkeiten öffnen, neue Dinge ausprobieren und experimentieren. Manches klappt gut, manches geht in die Hose. Aber es ist immer wieder spannend.

14.Wenn ihr träumen würdet: Was wäre euer größter Wunsch für den Verlag?
Jetzt könnte ich Dinge sagen wie „Mehr Leser“. Aber eigentlich ist das zu banal und das passt nicht zum Verleger. Ich wünsche mir, dass wir in zehn Jahren immer noch so viel Spaß daran haben, Bücher herzustellen, wie jetzt. Dass wir die Freude daran nicht verlieren und unsere Ideen ausleben können. Und dass wir Autoren haben, mit denen wir nicht nur ein Vertragsverhältnis teilen, sondern einen Traum.
Oh, das waren jetzt drei Wünsche. Macht nix.


15.Wie wichtig sind euch Rezensionen bzw. Feedback zu den Büchern?
Möchtest du denn nicht auch wissen, wie das, was du erarbeitest hast, beim anderen ankommt? Wir auch. Egal ob es ein Lob oder eine Kritik ist, ein Verbesserungsvorschlag oder ein Wunsch für die Zukunft – wir lesen alles, was uns die Leser schicken und wenn wir etwas besser machen können, dann tun wir das auch. Genauso geht es den Autoren selber. Das Feedback, die Rezension ist die Grundlage für sein Schaffen: kommt das, was und wie ich schreibe, beim Leser an? Was gefällt ihm, was nicht? Ohne ein Feedback sind wir ganz arme Leute, die traurig gucken. Und das will doch keiner.

16.Kann man bei euch signierte Bücher bekommen?
Natürlich. Entweder bei den jeweiligen Autoren selber oder auch im Verlagsshop – dort einfach bei den Bemerkungen den Wunsch für eine Signatur oder eine Widmung angeben. Wir organisieren das dann, und das kostet nicht mehr.

17.Wie sieht es aus mit Rezensionsexemplaren für Blogger?
Gerne können sich Blogger bei uns melden und Rezensionsexemplaren anfragen. Die Mitarbeiterin kümmert sich um jede Anfrage. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass wir schon eine Besprechung innerhalb eines vernünftigen Zeitraumes erwarten und diese etwas mehr als den Klappentext beinhalten sollte. Und unser Kontingent noch nicht so umwerfend groß wie bei anderen Verlagen ist.

18.Wie seid ihr auf Kim Leopold gekommen? Wie sah der Prozess von den alten SP- bis hin zu den neuen Verlagsbüchern aus?
Das ist das Thema der Mitarbeiterin. Sie hat nämlich nach einem dezenten Zaun an den Kopf (*hust*) die Erstausgabe „Love, Kiss, Cliff“ gelesen. Innerhalb eines Tages. Und sich in die Charaktere und den tollen Schreibstil verliebt.
Freitagmorgen schrieb ich dann Kim an, die glaub ich nicht schlecht staunte. Innerhalb weniger Tage haben wir dann eigentlich die komplette Neuauflage geplant. Neue Titel, Reihenname (was nicht schwer war), Namensänderungen, und und und. Die alten Bücher wurden ins Korrektorat geschickt, kamen sorgfältig geprüft zurück, wurden gesetzt und et voila: Trotz zeitlicher Probleme kann man das Ergebnis nun in den Händen halten. Und wir sind alle mächtig stolz darauf.

19.Was hat euch damals am meisten beeindruckt? Die Geschichte? Die Autorin? Ihr Stil?   
Eigentlich alles – bis auf die Autorin, die kannte ich nämlich zuvor nicht.
Die Charaktere wuchsen mir unheimlich schnell ans Herz, die Geschichte war einfach mal erfrischend anders (ich saß bei manchen Dingen mit offenem Mund da) und der Schreibstil ist einfach bezaubernd.  Ich wusste, dass wir mit den Büchern einen Glücksgriff machen würden – dass uns das mit der Autorin allerdings auch gelingt, merkte ich erst später. Kim ist ein toller Team-Player und sprüht nur so vor Ideen und hat richtig viel Elan. Daher bin ich nun auch von ihr beeindruckt.

20.#howtobehappy – Was macht euch so richtig glücklich? 
Wenn jemand Spaß mit unseren Veröffentlichungen hat und beeindruckt/glücklich/mitgerissen das Buch beenden kann.




Sehr interessant oder??!!! Es war toll, einmal hinter die Kulissen blicken zu können und wi rhaben ja so einiges erfahren 💗 Und es sind total nette und liebe Menschen 💗  
Wir hoffen natürlich, auch hat es auch gefallen.



Ihr seid neugierig geworden und wollt mehr über den Verlag erfahren??! Kein Problem. Ich hab alles hier 😄😆








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      In Zusammenarbeit mit Geile Zeile - der BuchblogKim Leopold und Amrûn Verlag

           


      Habt noch einen schönen und sonnigen Tag 😘😘



































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