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(Rezension) Hexenherz - Monika Loerchner





Verlag: acabus Verlag
Seiten: 440
Taschenbuch / E-Book
ISBN: 978-3862824564
Preis: € 15,--


Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!
550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …


Ich finde das Cover total schön! Die Symbole mit der Goldenen Göttin (wie ich annehme. Könnte aber auch die goldene Frau sein) in der Mitte, sowie das Schloss im Hintergrund passen perfekt zur Geschichte. Die Farben sind sehr konträr und ich finde, es wirkt dadurch sehr mystisch.

Der Anfang beginnt mit der Geburt Helenas.
Ihre Mutter ist unglücklich, denn sie wollte einen Sohn haben, obwohl in dieser Gesellschaft die Frau über alles steht.
„Mist.“ Und dann noch ein paar Mal: „ Mist, Mist, Mist.“Das waren die Worte, mit denen mich meine Mutter begrüßte, kaum dass ich geboren war. „Mist.“
Helena hat eine unbeschwerte und glückliche Kindheit.

Als der Tag kam, an dem sie zu einer Frau wird, bleibt jedoch eines aus: Ihr Magie. Sie will nicht so richtig fließen oder sie hat einfach kein Talent von ihrer Mutter geerbt, welche die begabteste Hexe der Stadt ist.
Dann kam der Tag, der alles veränderte.......

Helena, kurz Lena, ist eine sehr selbstbewusste, fähige Frau und als Ostgardezweite viel zu sagen wie auch starke Magie. Was ich von Anfang an an ihr bewundert habe, ist ihr unglaublicher Gerechtigkeitssinn.
"Ich habe schon viel von dir gehört, Helena von Smaleberg. Sage mir nun, was für dich wichtiger ist: Deine Loyalität mir gegenüber, der Goldenen Frau, oder dem, was du für Gerechtigkeit hälst?"

Ich schlucke, danke der Göttin für die Gnade meines Lebens und sage: "Meine Goldene Frau, Ihr geht mir über alles, doch nicht über die Gerechtigkeit der Großen Göttin."
Ihre Einstellung ist nicht ganz die meine, aber muss es ja auch nicht, denn es ist eine Geschichte.

Die Anschauung der Hexen jedoch, würde mich sofort zu den Rebellen überlaufen lassen, die die Gleichberechtigung der Männer und Frauen wollen. Aber ich kenne es ja nicht anders ;)
Alle Charaktere sind sehr gut beschrieben und ich hatte von jedem ein genaues Bild im Kopf.
Adrian hat es natürlich auch mir angetan, aber nicht nur er. Auch Mirja hatte ich sofort in mein Herz geschlossen, mit ihrer realistischen und doch leicht träumerischen Art, die nicht nur eine gute Kämpferin ohne Magie war. Frech, selbstbewusst und wunderschön.

Der Anfang ist weniger actionreich, jedoch bekommt man sehr viele Informationen dafür. Ein paar Passagen ziehen sich ein wenig.
Ich muss zugeben, ich dachte bis zur Hälfte, dass mich nun nicht wirklich mehr etwas überraschen kann. Oh, wie habe ich da falsch gelegen.
So viele Überraschungen! Ereignisse überschlagen sich und die Geschichte nimmt eine Wendung, mit der ich nie gerechnet hätte.

Die Annalen, die in dem Buch zu finden sind, tragen zum Verständnis der Gründung des goldenen Reiches bei, was mir erst nach und nach bewusst wurde, da ich sie zuerst als unwichtig eingestuft habe und auch nichts damit Anfangen konnte.
Die Paragraphen, welche nach den Annalen folgen, fand ich sehr interessant. Sehr gut durchdacht und es wurde darin alles geregelt, was es zu regeln gab.

Die Autorin hat es geschafft, dass ich in der Geschichte versinken konnte und die eine oder andere Träne vergossen habe. Ja, ich bin ein wenig sensibel bei solchen Sachen.
Am Schluss war ich durchaus sprachlos, denn ich hatte ein etwas anderes Ende im Sinn. Absicht oder nicht? Wer weiß …
Ich hoffe jedoch, dass die Geschichte doch noch irgendwann weitergeht!

Fazit: Eine sehr schöne, einnehmende Geschichte über eine andere Welt, die ich so nicht erwartet hätte. Sie war sehr erfrischend, mit Humor, einem guten Schreibstil, einem interessanten Thema und einmal etwas ganz Anderes als das, was ich bis jetzt kenne.





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